22. März 2016

analytica conference 2016

Talking science—Today's knowledge for tomorrow's applications

Von der Krebsdiagnostik bis zur Analytik von Erdöl: Die analytica conference ist der wissenschaftliche Höhepunkt der analytica. Sie findet an den ersten drei Messetagen, vom 10. bis 12. Mai, im Internationalen Congress Center München (ICM) direkt neben den Messehallen statt.

Ob Lebensmittel- oder Umweltanalytik, Diagnostik oder die stete Weiterentwicklung von Chromatographie, Spektroskopie und anderen Analyseverfahren: Mit rund 130 Vorträgen deckt die analytica conference die gesamte Bandbreite der analytischen Chemie und Bioanalytik ab. Zu den Referenten und Chairs zählen Koryphäen wie Gary Hieftje und John Yates III aus den USA, Luigi Mondello aus Italien, Peter Schoenmakers aus den Niederlanden sowie Andreas Manz und Hans Maurer aus Deutschland – sie alle gehören laut der Zeitschrift The Analytical Scientist zu den 100 weltweit wichtigsten Analytikern des Jahres 2015.

Energie und Rohstoffe im Fokus
Die analytica conference bietet nicht nur einen umfassenden Überblick über die moderne Analytik, sondern greift darüber hinaus übergeordnete, gesellschaftlich relevante Themen auf. So stehen auf dem diesjährigen Programm zwei Symposien zu strategischen Rohstoffen: „Resource Analysis“ am Dienstagnachmittag, 10. Mai, rückt die Analytik von Hightech-Metallen und anderen anorganischen Rohstoffen in den Fokus. Den ersten Vortrag dieser Reihe hält Kim H. Esbensen vom Geological Survey of Denmark and Greenland. Er gilt als Experte schlechthin in Sachen repräsentative Probennahme – und die ist schließlich das A und O bei der Untersuchung von Erzen und anderen heterogenen Ausgangsmaterialien.

In der ganztägigen Session „Energy & Fuel“ am Mittwoch, 11. Mai, kommen neben Wissenschaftlern aus Großbritannien, den USA, Russland, Belgien und Deutschland auch Vertreter der Petroindustrie zu Wort. Frans G. A. Van den Berg von Shell Global Solutions International aus den Niederlanden geht auf die Charakterisierung von Schweröl ein, Pierre Giusti von TOTAL Refining and Chemicals aus Frankreich auf die Fingerprint-Analytik von Erdöl und Polymeren. Spannend dürfte auch der Vortrag „Your petroleum may be quite different from what Electrospray-Mass Spectrometry makes you believe“ von Jan Andersson von der Universität Münster werden.

Blick in die Nanowelt
Die Analytik von Nanopartikeln bildet einen weiteren Schwerpunkt der analytica conference. Am Mittwoch, 11. Mai, lädt die Fachzeitschrift Analytical and Bioanalytical Chemistry (ABC) zum ganztägigen Symposium „ABC’s Spotlight on the Nanoworld“ ein. Zehn international renommierte Referenten werden einerseits auf den Nachweis von Nanopartikeln und andererseits auf den Nutzen der Nanotechnologie für die Analytik eingehen. So präsentiert Lihua Zhang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften funktionalisierte Nanopartikel für die Probenvorbereitung in der Proteinanalytik.

Der Nachweis von Nanopartikeln in Bioproben wird auch in der Session „New strategies in modern spectroscopy“ am Donnerstag, 12. Mai, diskutiert. Hilfreich ist hier die molekulare Mikroskopie, die Spektroskopie und Imaging kombiniert und daher nicht nur Bilder, sondern auch chemische Informationen liefert.

Von Metabolomics zu Foodomics
Biowissenschaftler erwartet ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm. Neben einer Session zum Dauerbrenner Lab-on-a-chip am Donnerstagvormittag, 12. Mai, die Miniaturisierungspapst Andreas Manz von der Universität des Saarlandes organisiert, und zu Imaging-Techniken am Donnerstagnachmittag stehen mehrere Omics-Vortragsreihen auf dem Plan, darunter ein Symposium zu Metabolomics in der personalisierten Medizin am Dienstagnachmittag, 10. Mai.

Dass Omics-Techniken mittlerweile auch Einzug in die Lebensmittelanalytik gehalten haben, zeigt die Session „Foodomics“ am Dienstagvormittag. Sie berichtet zum Beispiel über Pestizid-Metabolomics, den Nachweis aller Metabolite eines Pestizids mit einer Kopplung aus Chromatographie und Massenspektrometrie. Der spanische Lebensmittelwissenschaftler Alejandro Cifuentes, der den Begriff „Foodomics“ geprägt hat, wird seine Wortwahl in einem Einführungsvortrag erläutern. Das zweite Symposium zur Lebensmittelanalytik trägt den Titel „Emerging Contaminants“ und berichtet am Dienstagnachmittag über bislang wenig beachtete Schadstoffe wie Pyrrolizidinalkaloide, Mykotoxin-Metabolite und perfluorierte Alkylsubstanzen.

Neues aus Krebsdiagnostik und Drogenanalytik
Die diesjährigen Diagnostik-Sessions konzentrieren sich unter anderem auf das Volksleiden Krebs. „Liquid Profiling/Liquid Biopsy“ am Vormittag des ersten Messetages etwa widmet sich zirkulierender Tumor-DNA, Tumormarkern und dem Nachweis von Krebszellen im Blut.

Ein Muss für alle Drogenanalytiker ist die von „Designerdrogen-Detektiv“ Hans Maurer von der Universität des Saarlandes geleitete Session am Mittwochvormittag, 11. Mai, zur klinischen und forensischen Toxikologie. Wer sich hingegen eher für Steroide in Körperflüssigkeiten und Haaren interessiert, sollte den Vortrag von Alexander Gaudl von der Universität Leipzig am Dienstagnachmittag nicht versäumen. Ebenfalls am Dienstagnachmittag präsentiert Mario Thevis von der Deutschen Sporthochschule Köln Beispiele aus der Doping-Analytik im Sport.

Bioprozesse, Elektroanalysen und mehr
Die oben erwähnten Sessions sind nur ein Ausschnitt aus dem umfangreichen Programm. Es gibt zudem ein ganztägiges Symposium zu modernen Trenntechniken sowie Sessions zum Monitoring von Bioprozessen, zur Abwasseranalytik, zu elektroanalytische Methoden und zu allgemeinen Themen wie Labor-Management und Datenauswertung.

Mit der analytica conference möchten die Organisatoren – die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und die Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) – auch dazu einladen, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Warum also nicht am Vormittag des ersten conference-Tages den Vortrag von Eva Krupp, University of Aberdeen, über Quecksilber in Hirnen von gestrandeten Walen anhören und mit ihr diskutieren, ob das toxische Metall zur Desorientierung der Meerestiere führt? Kurzum: Die analytica conference hat jedem etwas zu bieten. Für die Besucher der analytica ist die Teilnahme kostenlos.

Die Konferenzvorschau kann unentgeltlich für redaktionelle Zwecke unter Angabe der Quelle „analytica / Messe München“ genutzt werden. Hochauflösendes Bildmaterial senden wir Ihnen gerne auf Anfrage zu. Belegexemplar wird erbeten.

Bilder zu dieser Presseinformation

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