Kunstwerke oder Gene als Target: Die
Innovationspotenziale der Labortechnik sind noch längst nicht ausgereizt | - neue Methoden für die
gezielte „Fahndung“ nach Genen
- verbesserte Softwarekonzepte für die
Proteomforschung
- innovative Lösungen zur zerstörungsfreien Analyse von
Kunstwerken
- revolutionäre Möglichkeiten für den Einsatz der
Kernresonanzspektroskopie in der modernen Lebensmittelanalytik
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Die sind nur einige der
Highlights,
die in der
analytica Conference 2010 vorgestellt und diskutiert werden.
Eine labortechnische Innovation dürfte die
Tumorforschung
nachhaltig befruchten. Es handelt sich um
völlig neuartiges
Screening-Verfahren, das für die „Fahndung“ nach den Genen sich der RNA-Interferenz
(RNAi) bedient. Diese Methode verwendet kurze, doppelsträngige RNA-Moleküle,
die spezifisch an bestimmte Gensequenzen binden und damit die Herstellung des
entsprechenden Proteins in der Zelle verhindern. Im praktischen Einsatz setzen
die Wissenschaftler Krebszellen und normale Zellen unter gleichen Bedingungen
der Wirkung Gen-spezifischer RNAi-Proben aus. Der Hinweis auf ein gesuchtes Gen
zeigt sich darin, dass die Krebszellen absterben, während normale Zellen
überleben.
Aufbauend auf dem entschlüsselten Genom ist die
Proteomforschung entstanden, in der die Proteine in ihrem dynamischen Entstehen
und Abbau in den Zellen eines Lebewesens untersucht werden. In einer
menschlichen Gewebeprobe oder im Blutserum finden sich zu jedem Zeitpunkt
ungefähr 100.000 verschiedene Proteine – die damit verbundenen Datenmengen sind
entsprechend riesig. Vor diesem Hintergrund wurde eine spezielle
„open-Source“-Software für die Proteomforschung entwickelt, mit der sich die
Datenflut besser beherrschen lässt.
Auch im Bereich der
zerstörungsfreien Ionenstrahlanalyse wurden
beachtliche Fortschritte erzielt. Diese kommt unter anderem in der Analyse von Kunstwerken
zum Einsatz. Die labortechnische Innovation basiert auf einem fokussierten
Strahl energiereicher Protonen. Dieser trifft auf das Analysenobjekt, wobei die
Protonen entlang ihres Weges im Material abgebremst werden. Hierbei ereignen
sich Coulomb-Wechselwirkungen und Kernreaktionen mit den Atomen der zu
analysierenden Substanzen. Die getroffenen Atome emittieren Röntgen- and Gammastrahlung
deren Energien charakteristisch für das individuelle chemische Element sind.
Relativ neu ist der Einsatz der in vielen Bereichen
bewährten
Kernresonanzspektroskopie (NMR) im Bereich der Lebensmittelanalytik.
Besonders erfolgreich ist die Methode bei der Herkunftsbestimmung, etwa bei
pflanzlichen Ölen, Wein, Tee, Kaffee oder Fruchtsäften. Als „molekularer
Fingerabdruck“ dient die Verteilung des Wasserstoffisotops Deuterium, die nicht
statistisch erfolgt, sondern einen Hinweis auf ortspezifische Wege der
Biosynthese liefert.
Alle diese und weitere Themen aus dem Bereich Labortechnik
werden im Rahmen der dreitägigen
analytica Conference von und mit renommierten
Fachexperten diskutiert. Das vollständige
Programm der Conference finden Sie hier.